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Kreisforstamt: Holz aus dem Rhein-Neckar-Kreis wird regional vermarktet

Seit der extremen Trockenheit in den Jahren 2018, 2019 und 2020 und dem daraus resultierenden europaweiten Überangebot an Schadholz hat sich der Holzpreis für fast alle Sortimente im Rhein-Neckar-Kreis allmählich wieder stabilisiert und befindet sich auf einem guten Niveau. Die Nachfrage nach dem nachwachsenden Rohstoff Holz ist aktuell ungebrochen und zu Beginn der Holzeinschlagssaison suchen viele Sägewerke und Holzhändler hierzulande händeringend nach Holz.


Eine zentrale Anlaufstelle für den Verkauf von Holz in der Region ist die Holzverkaufsstelle des Kreisforstamtes Rhein-Neckar-Kreis. Sie vermarktet jährlich rund 120.000 Festmeter Holz aus den Kommunal- und Privatwäldern im Landkreis. „Wir haben im Rhein-Neckar-Kreis aufgrund der unterschiedlichen Naturräume eine sehr große Baumartenvielfalt, wodurch auch unser Kundenstamm sehr vielfältig ist“, erklärt Michael Herwig, Leiter der Holzverkaufsstelle im Rhein-Neckar-Kreis. „Unsere Abnehmer sind größtenteils Spezialisten, die überwiegend nur ganz bestimmte Baumarten für ihre Produkte gebrauchen können. Das macht den Holzverkauf anspruchsvoll, ist aber auch sehr spannend.“ Aus dem Holz der Buche werden vorzugsweise Möbel hergestellt. Eiche oder Ahorn sind sehr dekorativ und werden deshalb gerne im Innenausbau beispielsweise für Fußböden benutzt. Die in Deutschland vorkommenden Nadelhölzer eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaften hingegen mehr für den Außeneinsatz und sind in der Baubranche stark nachgefragt. Aus Fichten, Kiefern, Lärchen oder Douglasien werden zum Beispiel Dachstühle, Fensterrahmen oder allgemein Schnitt- und Konstruktionsholz hergestellt.


Im Sommer 2021 gab es nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie im Bereich des Heimwerkens eine große Nachfrage nach Schnittholz. Auch viele Holzbaufirmen und Zimmerer waren mit Aufträgen ausgelastet, bekamen allerdings zu wenig Holz, um alle Aufträge kurzfristig zu erfüllen. „Im Rhein-Neckar-Kreis vermarkten wir unser Nadelstammholz, also das Holz, was in der Baubranche besonders gesucht ist, zu über 95 Prozent regional. Wir bedienen Sägewerke im Rhein-Neckar-Kreis, in unseren Nachbarlandkreisen und ganz vereinzelt auch in Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Viele unsere Kunden verkaufen das in Bretter, Balken oder Latten geschnittene Holz auch wieder regional und beliefern zum Beispiel die verschiedenen Baumärkte. Ein großer Teil geht auch in die Weiterverarbeitung und Veredlung in den Sägewerken. Je nach Marktlage wird auch ins Ausland verkauft. Das hängt in erster Linie vom Preis ab. Darauf haben wir aber keinen Einfluss“, erläutert Herwig.


Im Gegensatz zum Nadelholz wird sägefähiges Laubholz im Rhein-Neckar-Kreis teilweise auch exportiert. Im Ausland werden sehr gute Preis bezahlt und es fin-den sich viele Abnehmer. „Die Versorgung unserer einheimischen Laubholzsäger hat für uns Vorrang. Aber wenn der Bedarf unserer Laubholzsäger gedeckt ist, bringen wir auch Holz in den Export“, so Herwig und sagt weiter: „Das kommt vor allem bei Esche und Buche vor. Beim Export innerhalb und außerhalb Europas können wir für die Waldbesitzenden sehr gute Holzpreise erzielen. Aus deren Sicht ist das natürlich höchst erfreulich.“


Die Holzmärkte werden grundsätzlich vom Angebot und der Nachfrage beeinflusst. Dabei spielen die Preise für die unterschiedlichen Baumarten und Sorti-mente eine wichtige Rolle, da die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ihre Einnahmen fast ausschließlich aus den Holzerlösen generieren. Andere Einnahmequellen zur Finanzierung der Waldpflege, Waldbewirtschaftung und Walderhaltung gibt es kaum. Auf politischer Ebene wird deshalb über die Honorierung der sogenannten „Ökosystemdienstleistungen“ des Waldes diskutiert. Dazu zählen beispielswiese die Bindung von Kohlenstoff im Holz, die Bedeutung des Waldes als Lebensraum für Flora und Fauna und der Wald als Erholungsort für uns Menschen.

 

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